Schädigung des menschlichen Organismus durch Blei. Eine Bleivergiftung entsteht meist durch das Einatmen von bleihaltigen Stäuben oder Dämpfen, z. B. beim Umgang mit bleihaltigen Farben. Die Bleivergiftung ist eine anerkannte Berufskrankheit.
Befund: Eine akute Bleivergiftung ist selten. Es kommt zu heftigen Bauchschmerzen und besonders bei Kindern zu einer Schädigung des Gehirns (Bleienzephalopathie). Symptome sind Schlaflosigkeit bei starker Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Verlangsamung, Krampfanfälle und delirähnliche Zustände. Diese schwere Vergiftung kann tödlich enden. Bei einer chronischen Bleivergiftung (Saturnismus) treten Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Verstopfung und Bauchschmerzen auf. Die Haut ist graugelblich, der Zahnfleischrand dunkel gefärbt (sog. Bleisaum). Da Blei den Aufbau des roten Blutfarbstoffes beeinflusst, kommt es zur Blutarmut (Bleianämie). Die Nieren können schwer geschädigt werden. Außerdem kommt es zur Erkrankung der Nerven (Polyneuropathie), meist mit Lähmung der Streckermuskulatur an den Armen, Ohrensausen und Innenohrschwerhörigkeit. Besonders bei Kindern kann auch das Gehirn geschädigt werden.
Behandlung: Der Betroffene erhält ein Medikament, das Blei bindet und so für den Körper unschädlich macht (z. B. Penicillamin). Bauchschmerzen werden mit krampflösenden Medikamenten (Spasmolytika) behandelt. Sind die Nieren geschädigt, kann vorübergehend oder auf Dauer eine sog. Blutwäsche (Nierenersatzverfahren) notwendig werden. Weiterer Bleikontakt muss vermieden werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 27.09.2011
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