oft lebensgefährliche bakterielle Infektionskrankheit, die vorwiegend mit einer Entzündung des Nasenrachenraums einhergeht und zu einer Schädigung wichtiger Organe führen kann.
Ursache: Der Erreger Corynebacterium diphtheriae wird durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt mit Erkrankten übertragen, wobei nicht das Bakterium selbst, sondern das von ihm gebildete Gift Organschädigungen verursachen kann. Nur 10–20 % der Infizierten erkranken tatsächlich, bei den anderen verläuft die Diphtherie ohne Beschwerden als asymptomatische Infektion.
Befund: 1–7 Tage nach Ansteckung treten zunächst uncharakteristische Allgemeinerscheinungen wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Schluckbeschwerden auf. Die häufigste Form der Diphtherie ist die Tonsillendiphtherie (Rachendiphtherie, gutartige Diphtherie): Die Mandeln sind mit sog. Pseudomembranen belegt, einem fest haftenden Mischbelag aus Bakterien und abgestorbenem Gewebe, der einen fad-süßlichen Geruch verbreitet. Bellender Husten und Heiserkeit zeigen ein Übergreifen auf den Kehlkopf an (Kehlkopfdiphtherie, auch Diphtheriekrupp oder »echter Krupp«); lebensgefährliche Erstickungsanfälle drohen. Außerdem können Nase, Ohren, Augen, Genitalien und beim Neugeborenen der Nabel von der Infektion betroffen sein, was sich u. a. in blutig-eitrigen Absonderungen äußert. Aus der Rachendiphtherie kann sich die fortschreitende oder progrediente Form entwickeln. Sie und die primär bösartige Diphtherie gehen v. a. mit Organschäden des Herzens und Zentralnervensystems einher und verlaufen oft tödlich.
Behandlung: Da die Schäden durch das Toxin hervorgerufen werden, muss die sofortige Anwendung eines aus Pferdeserum gewonnenen Gegengifts (Antitoxin) erfolgen. Antibiotika helfen zusätzlich, die weitere Toxinbildung zu verringern und die Ansteckungsgefahr zu mindern. Die Kranken müssen isoliert werden, und es besteht Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz bereits bei Krankheitsverdacht. Kontaktpersonen von Erkrankten werden darauf untersucht, ob sie Keimträger sind, und müssen antibiotisch behandelt und nachgeimpft werden. Gegen Diphterie wird eine Impfung empfohlen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010
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