seltenes Krankheitsbild mit vermehrter Bildung von Fruchtwasser während der Schwangerschaft (> 2000 ml).
Ursache: In 25–30 % liegt eine Fehlbildung des Kindes vor. Am häufigsten sind Fehlbildungen am Zentralnervensystem (z. B. offener Rücken oder fehlende Anlage des Gehirns) oder im Bereich von Speiseröhre und Zwölffingerdarm. Außerdem kann ein Hydramnion bei einer Blutgruppen-Unverträglichkeit, Infektionskrankheiten oder Diabetes mellitus der Mutter auftreten.
Befund: Die Schwangere klagt über vermehrte Beschwerden und eine nicht der Schwangerschaftsdauer entsprechende starke Zunahme des Bauchumfangs. Häufig kommt es zu einem vorzeitigen Blasensprung und/oder vorzeitigen Wehen und somit zu einer Frühgeburt. Das Hydramnion ist im Ultraschallbild zu erkennen.
Behandlung: Soweit möglich, sollte die Grunderkrankung behandelt werden. Ist das Kind bereits geburtsreif oder aufgrund einer schweren Fehlbildung nicht lebensfähig, wird die Geburt medikamentös eingeleitet. Bei einem unreifen Kind können wehenhemmende Medikamente verabreicht und ein Teil des Fruchtwassers durch eine Punktion abgelassen werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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